Um mit dem Raspberry Pi arbeiten zu können, braucht ihr neben dem Board selbst noch einige Zubehörteile. Welche ihr unbedingt benötigt und welche optional aber sinnvoll sind, zeige ich euch in diesem Artikel – aktualisiert für den Raspberry Pi 4 und Raspberry Pi 5.
Das Wichtigste in Kürze
Folgende Teile sind für den Betrieb zwingend erforderlich:
- Netzteil – passend zum Modell (USB-C für Pi 4 und Pi 5)
- MicroSD-Karte – mindestens 16 GB, Klasse 10 oder schneller
- HDMI-Kabel – beim Pi 4 und Pi 5 Micro-HDMI, beim Pi 3 normales HDMI
Alles weitere ist optional, aber je nach Einsatzzweck sehr empfehlenswert. Wer sich das Zusammenstellen sparen möchte, greift am besten zu einem Raspberry Pi Starter-Kit – dort ist meist alles Wichtige dabei.
Netzteil
Das Netzteil ist eines der wichtigsten Zubehörteile – ein unterdimensioniertes Netzteil führt zu Instabilitäten, zufälligen Abstürzen und dem gefürchteten Unterspannungs-Symbol (Blitz-Icon oben rechts im Desktop). Achtet darauf das richtige Modell für euren Pi zu kaufen.
Raspberry Pi 5 – Netzteil
Der Pi 5 benötigt durch seine höhere Leistung ein USB-C Netzteil mit mindestens 5A (25W). Das offizielle Raspberry Pi 27W USB-C Netzteil ist die sicherste Wahl. Wer viele USB-Geräte anschließt oder eine NVMe SSD betreibt, sollte zum 45W Modell greifen.
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Raspberry Pi 4 – Netzteil
Der Pi 4 benötigt ein USB-C Netzteil mit mindestens 3A (15W). Vorsicht: Billige USB-C Kabel und Netzteile ohne Power-Delivery können Probleme machen – greift zum offiziellen Netzteil oder einer zertifizierten Alternative.
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Raspberry Pi 3 und älter – Netzteil
Alle älteren Modelle (Pi 3, Pi 2, Pi 1, Zero) verwenden Micro-USB und benötigen ein Netzteil mit mindestens 2,5A. Auch hier gilt: Qualität zahlt sich aus.
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MicroSD-Karte
Auf der MicroSD-Karte liegt das Betriebssystem (Raspberry Pi OS) sowie alle eure Daten – sie ist der primäre Speicher des Pi. Eine zu langsame Karte macht den ganzen Pi träge, daher lohnt sich hier keine Sparmaßnahme.
Empfehlungen:
- Mindestgröße: 16 GB, besser 32 GB oder mehr
- Geschwindigkeit: UHS-I, Class 10, Application Performance Class A2 empfohlen (A2 sorgt für bessere Zufallszugriffe beim Betriebssystem)
- Empfohlene Marken: SanDisk Extreme, Samsung Endurance oder Raspberry Pi OS-optimierte Karten
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Tipp für den Pi 5: Wer maximale Geschwindigkeit möchte, kann beim Pi 5 dank des PCIe-Anschlusses eine NVMe SSD über ein M.2 HAT verwenden – das ist deutlich schneller als jede SD-Karte.
Gehäuse
Ein Gehäuse schützt euren Pi vor Staub, Kurzschlüssen und mechanischen Beschädigungen. Achtet beim Kauf darauf, dass das Gehäuse zum jeweiligen Pi-Modell passt, da sich die Abmessungen und Anschlüsse unterscheiden.
Raspberry Pi 5 Gehäuse
Beim Pi 5 ist die Kühlung entscheidend – wählt ein Gehäuse das ausreichend Luftzirkulation bietet oder direkt einen Kühler integriert. Das offizielle Raspberry Pi 5 Gehäuse ist kompakt und kann mit dem offiziellen Active Cooler kombiniert werden. Hinweis: Bei Verwendung des Active Coolers im offiziellen Gehäuse empfiehlt sich das Abnehmen des Deckels, da es sonst zu Thermal Throttling kommen kann.
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Raspberry Pi 4 Gehäuse
Für den Pi 4 gibt es eine große Auswahl an Gehäusen – vom einfachen Kunststoffgehäuse bis zum massiven Aluminiumgehäuse mit passiver Kühlung.
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Kühlung
Der Raspberry Pi drosselt bei zu hoher Temperatur automatisch seine Leistung (Thermal Throttling). Eine gute Kühlung ist daher vor allem bei dauerhafter Last wichtig.
Raspberry Pi 5 – Kühlung
Der Pi 5 erzeugt deutlich mehr Wärme als seine Vorgänger. Aktive Kühlung wird dringend empfohlen, besonders bei dauerhafter Last. Die offizielle Lösung ist der Raspberry Pi Active Cooler – ein Kühlkörper mit eingebautem Lüfter, der direkt auf dem Board befestigt wird und über den 4-Pin-Anschluss gesteuert wird.
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Raspberry Pi 4 – Kühlung
Für den Pi 4 reicht bei normalem Betrieb ein passiver Kühlkörper aus. Bei Übertaktung oder dauerhafter Volllast ist ein kleiner Lüfter sinnvoll.
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HDMI-Kabel
Achtet unbedingt auf den richtigen HDMI-Anschluss für euer Modell:
- Raspberry Pi 4 und 5: Micro-HDMI (2x vorhanden, unterstützt 4K)
- Raspberry Pi 3, 2, 1, Zero W: normales HDMI
- Raspberry Pi Zero und Zero 2 W: Mini-HDMI
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Tastatur und Maus
Für die Ersteinrichtung des Desktop-Systems benötigt ihr eine USB-Tastatur und eine USB-Maus. Danach kann der Pi auch headless (ohne Bildschirm) über SSH betrieben werden. Kompakte Kombi-Sets mit Tastatur und Touchpad sind praktisch wenn wenig Platz vorhanden ist.
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Netzwerk
Raspberry Pi 3, 4 und 5 haben WLAN und Ethernet bereits on-board – ein separates Netzwerkmodul ist also nicht nötig. Ein Netzwerkkabel ist dennoch sinnvoll für eine stabile, schnelle Verbindung.
- Pi 5 und Pi 4: Gigabit Ethernet on-board → kein Adapter nötig
- Pi 3: 100 MBit Ethernet on-board
- Pi Zero 2 W: nur WLAN, kein Ethernet-Anschluss
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Starter-Kits
Wer sich das Zusammenstellen der einzelnen Teile sparen möchte, greift am besten zu einem Starter-Kit. Diese enthalten in der Regel den Pi selbst, Netzteil, SD-Karte, Gehäuse und Kühlkörper – oft günstiger als die Einzelteile.
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Weiteres nützliches Zubehör
- USB-Hub: Wer viele Geräte anschließen möchte, erweitert die 4 USB-Ports mit einem aktiven USB-Hub
- GPIO-Steckbrücken: Für Bastelprojekte mit dem GPIO-Header braucht ihr Jumper-Kabel und ein Breadboard
- Kamera: Die offizielle Raspberry Pi Kamera lässt sich direkt über den CSI-Anschluss anschließen
- Display: Das offizielle 7-Zoll Touchdisplay verbindet sich über den DSI-Port
- NVMe SSD (Pi 5): Für maximale Geschwindigkeit eignet sich ein M.2 HAT mit NVMe SSD – erheblich schneller als eine SD-Karte
Eine vollständige Einrichtungsanleitung für euren neuen Raspberry Pi findet ihr im Raspberry Pi Einsteiger Guide.
