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Raspberry Pi von SSD Festplatte booten

In Vergangenheit habe ich bereits gezeigt wie der Raspberry Pi ganz ohne SD-Karte von einem USB-Stick booten kann, seit dem Raspbian Image 2017-04-10 kann ganz ohne Modifikation der Firmware und der Datei config.txt von USB Medien gebootet werden. Wichtig ist das der USB Port am Raspberry Pi zum Zeitpunkt des Starts nur 600mA liefert, die verwendete Festplatte oder der USB Stick muss sich damit lauffähig sein, sonst bootet euer System nicht. SSD Platten haben den Vorteil gegenüber USB-Sticks und SD-Karten eine weitaus größere Lebensdauer und natürlich größeren Speicherplatz zu haben. In diesem Beitrag zeige ich euch wie von einer SSD Festplatte gebootet werden kann, diese funktioniert auch mit USB-Sticks oder USB Festplatten.

Hardware

Neben dem üblichen Raspberry Pi 3 werden folgende Komponenten benötigt

Ich verwende eine alte 2,5Zoll 80GB Intel SSD aus einem alten Desktop Rechner. Die Anleitung funktioniert auch mit USB Sticks.

Raspberry Pi vorbereiten

Wir müssen unseren Raspberry Pi einmalig mit Raspbian von einer SD-Karte booten um im OTP (One Time Programmable) Memory des RasPi das Booten von USB zu aktivieren. Verwendet zum Setup am Besten die Einsteiger Guides. Die Verwendung eines aktuellen Raspbian Images ist zwingend notwendig, ich benutze das Stretch Image vom August 2017.

Führt als erstes ein Update via SSH oder über ein Terminal durch

Dann aktivieren wir den USB Boot Modus, der Parameter wird beim nächsten Neustart in den OTP des RasPi übernommen

Wir rebooten unseren Raspberry Pi

Prüft nach dem rebooten ob der Parameter korrekt gesetzt wurde

Es muss 17:3020000a ausgegeben werden.

raspberry pi usb boot aktivieren

Hiernach könnt ihr euren Pi ausschalten und die SD-Karte entfernen.

SSD Festplatte vorbereiten

Wir können nun das aktuelle Raspbian mit Etcher direkt auf unsere Festplatte schreiben. Steckt hierzu die Festplatte an euren normalen Rechner anhand des USB zu SATA Adapters an.

RasPi Intel SSD

Wichtig!
Bei falscher Handhabung von Etcher könnt ihr eure im Rechner verbauten Festplatten überschreiben und Daten verlieren, geht sorgfältig vor.

Startet Etcher über das Startmenu und wählt links euer Raspbian Image aus, dann Rechts oben im Eck via Zahnrad die Optionen öffnen

Etcher unsafe mode

In den Optionen aktiviert ihr „Unsafe Mode„, ohne den Unsafe mode werden euch in der Auswahl für das Ziel nur SD oder USB-Sticks angezeigt.

Etcher unsafe mode 2 

Wählt dann über Select Drive die richtige Festplatte aus. Bei mir ist es die 80,03GB Disk die ich zusätzlich am Namen des USB to SATA Konverter erkannt habe (ASMxxx).

  • Wichtig! Ihr müsst unbedingt die korrekte Festplatte auswählen!

Etcher SSD Disk

Startet dann den Flash Vorgang

Etcher unsafe mode 3

Steckt nach dem Flashen die Disk ab.

Raspberry Pi von SSD Festplatte starten

raspberry pi mit ssd festplatte

Steckt dann die SSD Disk über den USB zu SATA Adapter an euren Raspberry Pi und steckt ihn an dem Strom, Bildschrim, Tastatur. Der erste Startdauert etwas länger da das Dateisystem erweitert wird, hiernach solltet ihr aber wie gewohnt mit eurem Raspberry Pi arbeiten können.

raspberry pi ssd boot

Ihr könnt dann wie gewohnt mit eurem Raspberry Pi arbeiten. Sollte es beim anstecken weiterer USB Geräte zu Problemen kommen könnt ihr noch versuchen usb_max_current zu aktivieren.

Geschwindigkeit der Raspberry Pi SSD Festplatte

Von der Geschwindigkeit hatte ich mir nicht zu viel erwartet da beim Raspberry Pi die Transferrate des USB-Anschluss das Limit für die angeschlossene SSD Festplatte vorgibt, ich wollte allerdings trotzdem einen Vergleich zu einer normalen SD-Karte ziehen.

 SD KarteHDParamdd4k lesen4k schreiben
Schnelle SD – SanDisk Ultra Andoid 32GB21,86 MB/s15,90 MB/s8,26 MB/s3,22 MB/s
Normale SD – SanDisk Ultra 16GB21,57 MB/s8,50 MB/s6,06 MB/s2,10 MB/s
SSD Festplatte via USB to SATA31,78 MB/s33,60 MB/s 7,98 MB/s9,72 MB/s

Die Geschwindigkeit ist im Vergleich zu gängigen SD-Karten super! Vor allem beim Random 4k Lesen und Schreiben, was dem Alltagsgebrauch nahe kommt, ist der Test super verlaufen. Der Speed der SSD via USB SATA Adapter ist perfekt!

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8 Kommentare

  1. Mathias Rother

    Moin,
    ich habe nach dieser Anleitung das ein ioBroker Image auf den Mach Xtreme MX-ES series MXUB3SES 16GB geflasht. Läuft super! Aber!

    Heute wollte ich ein Update/Upgrade (einfach nur so) durchführen. Dann kam der Abbruch. Zu wenig Speicherplatz. Hmm…16GB bereits voll???? Bin die Anleitung noch mal durchgeflogen. Steht nichts von Partitionen usw. Bin dann zurück auf die Anleitung vom 16.08.2016, diese hatte ich vorerst komplett übersprungen. Dort mit dem Befehl: sudo fdisk -l mir angeschaut was los ist.

    Disk /dev/sda: 14,9 GiB, 15977152512 bytes, 31205376 sectors
    Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
    Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
    I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
    Disklabel type: dos
    Disk identifier: 0xf1cdf13d

    Device Boot Start End Sectors Size Id Type
    /dev/sda1 8192 93813 85622 41,8M c W95 FAT32 (LBA)
    /dev/sda2 94208 3862527 3768320 1,8G 83 Linux

    Mist! Was kann ich tun um das System zu retten?

    Danke im voraus!

  2. Hallo;

    bin genau nach der Anleitung vorgegangen. Habe einen USB-Stick mit 16 GB von Intenso geflasht.
    Nach dem Start des Raspberry Pi mit dem USB-Stick erscheinen am Bildschirm vier Himbeeren und der Mouscurser blinkt.
    Nach einer halben Stunde habe ich die Aktion angebrochen.

    Was habe ich noch falsch gemacht?

    Besten Dank für einen Tipp…

    • @Erhard
      Kenn ich… allerdings von einem Retropie Image.
      Da kommen auch die vier Beeren und der Blinkende Cursor.
      Aber das liegt wohl daran das es eben ein Retropie Image ist bzw. Recalbox, also was zum Zocken.
      Mit nem Raspbian Image funktioniert die oben beschriebene Anleitung bei mir bestens.

      Vieleicht hat der Admin noch ne Lösung ;)

  3. Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos benutzen.
    Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

  4. Hallo,
    ich habe es nach der tollen Anleitung geschafft, das mir der Raspbian Desktop angezeigt wird. Das Betriebssystem ist auf einer 3,5″ Platte in einem Fantec Gehäuse für zwei Platten. Vielleicht nun eine absolut dumme Frage (die es eigentlich ja nicht gibt);
    muß ich diese Platte, obwohl das System läuft, noch mounten oder einen mountpoint setzen, damit zum Einen das Booten immer funktioniert und zum Anderen mir die Platte auch im Verzeichnisbaum angezeigt wird (jetzt nämlich nicht der Fall)?
    Ich will noch eine zweite Platte für die Daten einbauen. Diese muss dann entsprechend eingehängt werden.
    Wer kann mir helfen?

  5. Wie verhält sich das eigentlich mit der TRIM Funktion, die ja bei SSDs wichtig ist, muss das aktiviert werden bzw. macht der Pi das automatisch?

  6. Sicherheitshalber die Frage: Das geht nur beim RasPI3?

    Hab nen toten Raspi3 (es kommen nur noch Farben) und die geupdatete SDKarte, nun im RasPi2, aendert nichts.

  7. Wenn der Raspberry bereits vom USB Anschluss booten kann (17:3020000a), ist es dann auch möglich, einfach sein vorhandenes Image von der SD Karte zu backupen und auf die SSD zu schreiben, oder passt dann etwas nicht?

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