Willkommen beim raspberry.tips Ultimativen Einsteiger-Guide! Hier bekommt ihr alles, was ihr für den Einstieg in die Welt des Raspberry Pi braucht – von der Modellauswahl über das benötigte Zubehör bis hin zur vollständigen Installation von Raspberry Pi OS (Bookworm). Los geht’s!
Welches Raspberry Pi Modell soll ich kaufen?
Die wichtigste Frage zuerst. Stand 2026 sind folgende Modelle aktuell erhältlich und empfehlenswert:
| Modell | RAM | Preis ca. | Empfehlung |
| Raspberry Pi 5 | 1 / 2 / 4 / 8 / 16 GB | ab ca. 47 € | Beste Leistung ✓ |
| Raspberry Pi 4 Model B | 1 / 2 / 4 / 8 GB | ab ca. 35 € | Preis-Leistungs-Tipp ✓ |
| Raspberry Pi Zero 2 W | 512 MB | ca. 18 € | Kompakt & günstig |
| Raspberry Pi 400 | 4 GB | ca. 75 € | All-in-one mit Tastatur |
Meine Empfehlung für Einsteiger: Den Raspberry Pi 4 (2 GB) oder den Raspberry Pi 5 (4 GB). Der Pi 4 ist günstiger und für die meisten Projekte vollkommen ausreichend. Der Pi 5 bietet dank des BCM2712-Prozessors deutlich mehr Leistung, PCIe-Support für NVMe-SSDs und ist klar die Zukunft der Plattform.
Hinweis zu den Preisen: Seit Ende 2025 sind die Preise für den Pi 5 leicht gestiegen (LPDDR4-Speicherkosten). Der 4-GB-Pi 5 liegt aktuell bei rund 87 €, der 8-GB-Pi 5 bei ca. 128 €. Wer flexibel ist, findet bei BerryBase oder Reichelt oft günstigere Preise als auf Amazon.
Benötigtes Zubehör
Ein Raspberry Pi allein reicht noch nicht – folgendes Zubehör braucht ihr zusätzlich:
Pflicht-Zubehör
- MicroSD-Karte (mind. 16 GB, besser 32 GB) – empfohlen: SanDisk Extreme A2 oder Samsung Pro Endurance
- Netzteil – Pi 4: 5V/3A USB-C | Pi 5: 5V/5A USB-C (offizielles Netzteil dringend empfohlen)
- Gehäuse – schützt den Pi und verbessert die Kühlung
Optional aber empfohlen
- Kühlkörper und Lüfter – besonders beim Pi 5 wichtig (Active Cooler empfohlen)
- Micro-HDMI-Kabel – für Pi 4 und Pi 5 (je 2x Micro-HDMI-Anschlüsse)
- USB-Tastatur und Maus – für die Ersteinrichtung am Desktop
Für Headless-Betrieb (ohne Monitor)
- Netzwerkkabel (LAN) oder WLAN-Einrichtung direkt über den Raspberry Pi Imager
- SSH-Client (unter Windows: Windows Terminal oder PuTTY)
→ Komplettes Raspberry Pi 5 Starter-Kit bei Amazon
Starter-Kit oder einzeln kaufen?
Wer alles auf einmal und ohne langes Suchen möchte, greift zum offiziellen Raspberry Pi Starter Kit. Es enthält den Pi, Netzteil, Gehäuse, Kühlkörper, Micro-HDMI-Kabel und eine vorinstallierte SD-Karte – ideal für Einsteiger.
Einzeln kaufen lohnt sich, wenn ihr bereits Zubehör von einem älteren Pi habt oder gezielt bestimmte Komponenten wählen möchtet (z.B. eine schnellere SD-Karte oder ein bestimmtes Gehäuse).
Wo kauft ihr den Raspberry Pi?
Den Pi kauft ihr am besten bei autorisierten Händlern – das stellt sicher, dass ihr ein Original-Board bekommt:
- Amazon.de – schnelle Lieferung, Prime-fähig
- BerryBase – spezialisierter Raspberry Pi Händler in Deutschland, oft günstiger
- Reichelt Elektronik – großes Sortiment, günstige Preise
Das Betriebssystem installieren – Raspberry Pi OS Bookworm
Das offizielle Betriebssystem heißt Raspberry Pi OS (früher Raspbian) und basiert aktuell auf Debian 12 „Bookworm“. Die Installation ist dank des Raspberry Pi Imager so einfach wie nie.
Schritt 1: Raspberry Pi Imager herunterladen
Ladet den Imager von der offiziellen Seite herunter und installiert ihn auf eurem PC oder Mac:
- Windows, macOS und Ubuntu werden unterstützt
- Alternativ:
sudo apt install rpi-imagerunter Linux
Schritt 2: SD-Karte beschreiben
- SD-Karte in den Kartenleser eures PCs stecken
- Raspberry Pi Imager starten
- „Gerät auswählen“ → euer Pi-Modell wählen (z.B. Raspberry Pi 5)
- „Betriebssystem wählen“ → „Raspberry Pi OS (64-bit)“ für Pi 4 und Pi 5 empfohlen
- „SD-Karte wählen“ → eure Karte auswählen
- Auf „Weiter“ klicken
Schritt 3: Voreinstellungen nutzen (sehr empfohlen!)
Bevor ihr auf „Schreiben“ drückt, klickt auf „Einstellungen bearbeiten“ (das Zahnrad-Symbol). Hier könnt ihr bereits vor dem ersten Start festlegen:
- Hostname (z.B.
raspberrypi) - Benutzername und Passwort – wichtig: seit Bookworm gibt es keinen Standard-Benutzer „pi“ mehr! Legt hier euren eigenen an.
- WLAN-Zugangsdaten – ideal für Headless-Setup ohne Monitor
- SSH aktivieren – direkt per Schlüssel oder Passwort
- Zeitzone und Tastaturlayout
Mit diesen Voreinstellungen läuft der Pi beim ersten Start sofort im Netzwerk und ist per SSH erreichbar – kein Monitor nötig!
Schritt 4: Schreiben und Fertigstellen
Nach dem Klick auf „Schreiben“ wird die SD-Karte beschrieben und anschließend verifiziert. Das dauert je nach Karten-Geschwindigkeit 3–10 Minuten. Danach die Karte auswerfen und in den Raspberry Pi einsetzen.
Erster Start des Raspberry Pi
Jetzt geht’s los:
- SD-Karte in den Pi einsetzen
- Optional: Monitor über Micro-HDMI anschließen, Tastatur und Maus per USB
- Netzteil anstecken – der Pi startet automatisch
- Beim ersten Start konfiguriert Bookworm automatisch das System (dauert 1–2 Minuten)
Headless-Zugriff per SSH: Falls ihr WLAN und SSH im Imager voreingestellt habt, könnt ihr den Pi direkt über die Kommandozeile erreichen:
|
1 |
ssh benutzername@raspberrypi.local |
Den Hostnamen raspberrypi.local durch euren gewählten Hostnamen ersetzen. Unter Windows nutzt ihr dafür das Windows Terminal oder PuTTY.
Wichtige erste Schritte nach der Installation
Nach dem ersten Login solltet ihr folgendes erledigen:
System aktualisieren
|
1 |
sudo apt update && sudo apt upgrade -y |
Raspberry Pi Konfiguration öffnen
Das grafische Konfigurationstool öffnet ihr über:
|
1 |
sudo raspi-config |
Oder über das Startmenü → Einstellungen → Raspberry Pi Konfiguration (Desktop).
Hier könnt ihr u.a. aktivieren:
- SSH, VNC, SPI, I2C (für Projekte mit Sensoren und Displays)
- Kamera-Interface
- Overscan-Einstellungen für euren Monitor
Hinweis zu Bookworm-Änderungen
Mit Bookworm (Debian 12) hat sich einiges geändert, was Einsteiger wissen sollten:
- Kein Standard-User „pi“ mehr – ihr legt beim Imager euren eigenen Benutzer an
- /boot/firmware/config.txt statt /boot/config.txt für Hardware-Einstellungen
- Wayland ist der neue Standard-Desktop statt X11 – einige ältere GUI-Tools funktionieren ggf. nicht
- Python-Pakete werden über pip in virtuellen Umgebungen installiert (kein systemweites pip mehr)
- Kein direktes Upgrade von Bullseye auf Bookworm empfohlen – besser Neuinstallation
Nützliche erste Projekte für Einsteiger
Jetzt, da euer Pi läuft, fragt ihr euch sicher: Was kann ich damit machen? Hier einige Einstiegsprojekte:
- Heimserver: Nextcloud, Plex Media Server oder ein einfacher Datei-Server
- Pi-hole: Werbeblocker für das gesamte Heimnetzwerk
- Retro-Gaming: RetroPie für alte Konsolenspiele
- Smart Home: Home Assistant auf dem Pi betreiben
- GPIO-Projekte: LEDs, Sensoren und Motoren über den 40-Pin-Header steuern
- Webcam-Server: Überwachungskamera mit motionEye
Alle diese Projekte findet ihr ausführlich erklärt hier auf raspberry.tips – einfach die Suche nutzen!
Fazit
Der Einstieg in die Raspberry-Pi-Welt ist dank Raspberry Pi Imager und Bookworm so einfach wie nie. Für die meisten Einsteiger empfehle ich den Raspberry Pi 4 (2 GB) als günstigsten Einstieg oder den Raspberry Pi 5 (4 GB) für mehr Leistung und Zukunftssicherheit. Mit einem Starter-Kit habt ihr alles auf einmal und könnt direkt loslegen.
Bei Fragen oder Problemen – einfach in den Kommentaren fragen, ich helfe gerne weiter!
