Eine regelmäßige Datensicherung ist beim Raspberry Pi besonders wichtig: SD-Karten können jederzeit ausfallen, und eine frische Konfiguration wiederherzustellen kostet viel Zeit. In diesem Tutorial zeige ich euch vier Methoden für ein zuverlässiges Backup – von einfach bis vollautomatisch.
Methode 1: SD-Karte mit Raspberry Pi Imager sichern (Windows/Mac)
Der Raspberry Pi Imager kann nicht nur Images schreiben, sondern auch lesen – also ein komplettes Backup der SD-Karte erstellen.
- Pi herunterfahren:
sudo shutdown -h now - SD-Karte in den Computer stecken
- Raspberry Pi Imager starten
- Betriebssystem wählen → Eigenes Image → SD-Karte lesen (Image erstellen)
- Speicherort wählen und Image erstellen
Das erzeugte .img-File kann jederzeit wieder auf eine neue SD-Karte geschrieben werden.
Methode 2: dd-Backup direkt auf dem PC (Linux/macOS)
Auf einem Linux- oder macOS-System kann die SD-Karte auch direkt mit dd gesichert werden:
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# SD-Karte identifizieren lsblk # Image erstellen (sdb = eure SD-Karte, anpassen!) sudo dd if=/dev/sdb of=~/backup-$(date +%Y%m%d).img bs=4M status=progress # Optional: komprimieren gzip ~/backup-$(date +%Y%m%d).img |
Methode 3: rpi-clone – Live-Backup auf USB-Stick (empfohlen)
rpi-clone ist das empfehlenswerteste Tool für Raspberry Pi Backups: Es klont das laufende System auf einen USB-Stick oder eine externe SSD – ohne den Pi herunterfahren zu müssen.
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# rpi-clone installieren sudo apt install git -y git clone https://github.com/billw2/rpi-clone.git cd rpi-clone sudo cp rpi-clone /usr/local/sbin/ # USB-Stick anschließen, Gerätename herausfinden lsblk # Klon erstellen (sda = euer USB-Stick, anpassen!) sudo rpi-clone sda |
rpi-clone kopiert nur belegte Blöcke und ist deutlich schneller als dd. Das Backup kann direkt als Startmedium verwendet werden – einfach SD-Karte raus und USB-Stick rein.
Methode 4: Nur Dateien per rsync sichern
Wenn ihr nur bestimmte Daten (z.B. /home, Konfigurationen) sichern wollt, eignet sich rsync:
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# Backup auf externen USB-Stick (z.B. /media/pi/BACKUP) sudo rsync -avz --delete /home/ /media/pi/BACKUP/home/ sudo rsync -avz --delete /etc/ /media/pi/BACKUP/etc/ |
Automatisches Backup per Cron
Mit einem Cronjob könnt ihr das Backup automatisieren. Öffnet den Crontab-Editor:
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sudo crontab -e |
Beispiel: rsync täglich um 3 Uhr nachts:
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0 3 * * * rsync -avz --delete /home/ /media/pi/BACKUP/home/ >> /var/log/backup.log 2>&1 |
Eine vollständige Anleitung zu Cron findet ihr im Artikel Cronjob auf dem Raspberry Pi einrichten.
Backup wiederherstellen
Ein mit Raspberry Pi Imager oder dd erstelltes .img-File wird einfach wieder auf eine neue SD-Karte geschrieben:
- Windows/Mac: Raspberry Pi Imager → „Eigenes Image“ → gespeichertes .img-File wählen → auf neue SD-Karte schreiben
- Linux:
sudo dd if=backup.img of=/dev/sdb bs=4M status=progress
Welche Methode ist die richtige?
| Szenario | Empfohlene Methode |
|---|---|
| Vollständiges System-Backup ohne Downtime | rpi-clone auf USB-Stick |
| Backup auf Windows-PC | Raspberry Pi Imager |
| Nur wichtige Dateien | rsync mit Cron |
| Vor größeren Änderungen | dd auf externe Festplatte |
Wie auch immer ihr sichert: Ein Backup ist nur so gut wie der letzte Restore-Test. Prüft gelegentlich, ob ihr das Backup tatsächlich wiederherstellen könnt.
