Raspberry Pi – FritzBox NAS – USB-Disk mounten

Raspberry Pi Mounten des FritzBox NAS

Wer eine FritzBox als Router hat und eine USB-Festplatte daran angeschlossen hat, kann diese als einfaches NAS (Network Attached Storage) nutzen. In diesem Artikel zeige ich euch, wie ihr das Fritz NAS am Raspberry Pi unter Raspberry Pi OS Bookworm einrichtet und dauerhaft einbindet.

Voraussetzungen

  • FritzBox mit USB-Anschluss (z.B. 7590, 7490, 6591 oder ähnliche)
  • USB-Festplatte oder USB-Stick an der FritzBox
  • Raspberry Pi mit Raspberry Pi OS Bookworm
  • Raspberry Pi und FritzBox im gleichen Heimnetz

Als Festplatte eignet sich z.B. die WD Elements Portable 2TB (~65€) – kompakt, keine eigene Stromversorgung nötig, funktioniert gut an der FritzBox.

Fritz NAS an der FritzBox einrichten

Schritt 1: USB-Festplatte anschließen

Verbindet eure USB-Festplatte mit dem USB-Port der FritzBox. NTFS, FAT32 und ext2/3/4 werden unterstützt – für den Einsatz als NAS empfehle ich NTFS oder ext4.

FritzBox USB

Schritt 2: NAS-Freigabe in der FritzBox aktivieren

Ruft die FritzBox-Oberfläche im Browser auf:

  • http://fritz.box oder http://192.168.178.1

Navigiert zu Heimnetz → Speicher (NAS) und aktiviert die Freigabe. Gebt der Freigabe einen Namen, z.B. „fritzbox“.

FritzBox NAS aktivieren

Schritt 3: FritzBox-Benutzer anlegen

Unter System → Fritz!Box-Benutzer legt ihr einen neuen Benutzer an, der auf den Netzwerkspeicher zugreifen darf. Gebt diesem Benutzer nur die Berechtigung für den Heimnetz-Speicher, nicht für die komplette FritzBox-Verwaltung.

FritzBox Benutzer

Aktiviert unter „Anmeldung im Heimnetz“ die Option „Anmeldung mit FRITZ!Box-Benutzernamen und Kennwort“.

Fritz NAS am Raspberry Pi einbinden

cifs-utils installieren

Für das Einbinden von SMB/CIFS-Freigaben benötigt ihr das Paket cifs-utils:

Mount-Verzeichnis erstellen

Erstellt ein Verzeichnis unter /media, in das die Freigabe eingehängt wird:

Credentials-Datei anlegen

Speichert die Zugangsdaten in einer geschützten Datei (nie Passwörter direkt in die fstab schreiben!):

Folgenden Inhalt eintragen (mit euren FritzBox-Zugangsdaten ersetzen):

Datei absichern, sodass nur euer Benutzer sie lesen kann:

Dauerhaft einbinden via fstab

Öffnet die fstab:

Fügt am Ende folgenden Eintrag hinzu (den Festplattennamen aus dem FritzBox-Webinterface unter Heimnetz → Speicher (NAS) anpassen):

Wichtige Optionen erklärt:

  • vers=3.0 – SMB Version 3.0, für aktuelle FritzBox-Firmware empfohlen
  • _netdev – weist systemd an, erst nach dem Netzwerk zu mounten
  • nofail – System startet auch dann, wenn die Freigabe nicht erreichbar ist
  • uid=1000,gid=1000 – der pi-Benutzer hat Vollzugriff

Testet den Eintrag ohne Neustart:

Wenn kein Fehler erscheint, ist alles korrekt. Prüft den Zugriff:

Nach jedem Neustart wird die Freigabe automatisch eingebunden.

Einmalig mounten (ohne fstab)

Wer die Freigabe nur gelegentlich einbinden möchte, kann das ohne fstab-Eintrag erledigen:

Zum Trennen:

Fehlerbehebung

Mount schlägt fehl: „Permission denied“

Prüft ob der FritzBox-Benutzer die richtigen Berechtigungen hat. Testet den Zugriff zuerst manuell:

SMB-Protokollversion anpassen

Bei älteren FritzBox-Firmware-Versionen kann es nötig sein, vers=2.0 oder vers=1.0 zu verwenden. Bei sehr neuen FritzOS-Versionen funktioniert vers=3.0 oder das Weglassen des Parameters (automatische Aushandlung).

Festplattennamen herausfinden

Den genauen Pfad findet ihr im FritzBox-Webinterface unter Heimnetz → Speicher (NAS). Der Pfad entspricht dem Ordnernamen, den die FritzBox eurer Festplatte gegeben hat (z.B. „Toshiba-ExternalUSB3-0-01″).

Tipp: FritzBox NAS als Medienspeicher

Das eingebundene Fritz NAS lässt sich hervorragend als Medienspeicher für ReadyMedia (DLNA-Server) oder als Backup-Ziel nutzen. Der Raspberry Pi läuft als Vermittler zwischen FritzBox-NAS und dem Rest eures Netzwerks.

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