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Lüftraumüberwachung mit dem Raspberry Pi via ADS-B

In den letzten Tagen hatte ich ein cooles Raspberry Pi Projekt entdeckt das es ermöglicht die Luftraum zu überwachen, zufällig hatte ich in meinem reichhaltigen Hardware-Fundus noch den dafür notwendigen DVB-T Stick übrig sodass ich direkt mit diesem Projekt gestartet bin.

Wie funktioniert die Luftraumüberwachung?

Mit einem herkömmlichen DVB-T USB- Stick kann das “Automatic Dependent Surveillance – Broadcast” System (ADS-B), zu Deutsch etwa Automatische bordabhängige Überwachung, angezapft werden. Das ADS-B ist ein System der Flugsicherung zur Anzeige der Flugbewegungen im Luftraum. Die Reichweite der ADS-B-Ausstrahlung beträgt bis zu 200 nautische Meilen (370 km) für Empfangsstellen am Boden.

Was benötigen wir dafür?

Ich hatte zufällig noch einen “alten” DVB-T Stick mit passenden Chipsatz in meinem Fundus (No Name China Produkt), es gibt noch eine günstige Variante die direkt aus Deutschland versendet wird, den Salcar Top SDR E4000 Stick für 13 Euro. Wichtig ist das der Stick einen Realtek Chipsatz RTL2832U hat. Als Software verwenden wir RTL-SDR (Treiber für den Stick) und Dump1090 (Decoder für das Signal). Der Raspberry Pi muss mit dem Internet verbunden sein da immer die aktuelle Uhrzeit benötigt wird.

RasPi-Radar

Einrichten des Raspberry Pi Radars

Zu erst aktualisieren wir wie immer unser System und laden dann notwendige Software herunter

Als nächstes holen wir uns die Sourcen von RTL-SDR, dieses Tool benötigen wir um eine Kommunikation zwischen DVB-T Stick und unserem Raspberry Pi zu ermöglichen

In unserem erstellten Build verzeichnis starten wir dann via cmake und make install das kompilieren des Tools. Das dauert einige Minuten. ldconfig kümmert sich für uns noch um das caching der libraries.

Nachdem das Tool kompiliert ist kopieren wir noch die Rules Datei nach /etc/udev/rules.d/. udev-Regeln legen fest, was passiert, wenn ein Gerät erkannt wird.

Dem RTL Tool müssen wir noch beibringen das es die Treiber für normales DVB-T Fernsehen nicht laden soll da wir sonst später Probleme beim Empfangen der ADS-B Daten bekommen. Das erledigen wir mit dem Erstellen einer rtlsdr.conf.

Die Konfigurationsdatei bekommt folgenden Inhalt (speichern wie immer mit STRG+X, Y und ENTER)

Jetzt ist ein reboot notwendig (sudo reboot)! Mit “rtl_test -t” kann überprüft werden ob euer Stick erkannt wird. Bei mir sieht die Ausgabe nach dem Reboot so aus:

Dann holen wir das Tool Dump1090 ebenfalls wieder via GutHub um später auch die Signale vom Stick dekodieren zu können.

Zum kompilieren wechseln wir in das Verzeichnis und rufen make auf, den Rest erledigt der Kompiler für uns

Zum hinzufügen eines Autostart Scripts für dump1090 erstellen wir dieses mit nano (ihr könnt Dump auch immer von Hand starten, dump1090 aufrufen und passende Parameter mitgeben)

Fügt einfach folgendes Script in die Datei ein, speichern mit STRG+X, Y und Enter

Das Script müssen wir jetzt noch ausführbar machen und via update-rc.d zur Bootsequenz hinzufügen.

Nach einem erneuten Reboot sollte dump1090 automatisch starten und die Einrichtung ist abgeschlossen.Kontrollieren könnt ihr das indem ihr das via screen Kommando, das Script startet dump1090 in einer virtuellen Konsole (screen)

STRG+A und dann D (STRG halten) bringt uns zurück in unsere normale SSH Konsole.

Das Webinterface eures eigenen virtuellen Radards erreicht ihr über http://raspberrypi:8080 oder über die IP-Adresse, zum Beispiel

dump1090-webinterface
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Über raspberry.tips

3 Kommentare

  1. Hi,
    ich würde den fork von DUMP1090 installieren. Hat einige Vorteile, siehe http://blog.wenzlaff.de/?p=4961

  2. Hallo lieber Autor,

    wie gut das ich noch Einsteiger bin und mir NICHT das Buch, an dem Sie Mitautor sind, gekauft habe. Sie setzen ja ein derartiges Fachwissen voraus das ich als Linux null ruckzuck kapituliert habe. Ich hatte Ihren Artikel schon in der Pi Geek 06/2014 gelesen und hatte jetzt wiedermal lust bekommen ein wenig mit der Pi zu experimentieren, diese lust ist mir aber nachdem ich hier gelandet bin und alles so wie Sie es hier beschrieben haben, parallel auf meine Pi versucht auszuprobieren, vollkommen gescheitert. Nur ein Beispiel

    cmake ../ -DINSTALL_UDEV_RULES=ON
    sudo make install
    sudo ldconfig

    woher soll man, angesicht der fehlenden Info, wissen das man Make erstmal installieren muss und selbst wenn man das rausbekommen hat, das man fehlende Libs nochmals nachladen darf. Mit SCREEN genau das gleiche, aber die absolute Entäuschung kommt, nachdem man meint man hätte alles hinbekommen, dann wenn nichts läuft!!
    Auch der Satz “Das Webinterface eures eigenen virtuellen Radards erreicht ihr über http://raspberrypi:8080 oder über die IP-Adresse, zum Beispiel” sagt mir nichts. Also wie geschrieben, wenn das Buch genauso gechrieben ist bin ich froh darüber die fast 40 Euro noch in meiner Tasche zu haben.

    MfG

    H.Freitag

    • Hallo H.Freitag,

      an welcher Stelle des Artikels erhebt der Autor den Anspruch, dass er für Leser ohne Vorwissen geschrieben ist? Wie Sie sich sicher vorstellen können, ist es kaum möglich, einen allgemeinen Abholpunkt zu definieren.
      Sie haben doch ihre Wissenslücken gut identifiziert. Es ist meiner Meinung nach nicht Aufgabe des Autors, diese an dieser Stelle zu schließen. Aus meiner Erfahrung kommt man mit einer niedrigen Frustrationsschwelle nicht sehr weit, wenn man sich mit Linux auseinandersetzt. Geben sie der ganzen Sache eine Chance und bleiben am Ball.

      MfG

      geeforce

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