Der Raspberry Pi 5 bringt erstmals eine PCIe 2.0 Schnittstelle mit – und das ändert alles. Mit einem passenden M.2 HAT und einer NVMe SSD wird aus dem kleinen Einplatinencomputer ein ernsthafter Mini-Server mit blitzschnellen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten. Schluss mit langsamen microSD-Karten: In diesem Artikel zeigen wir dir, welche HATs und SSDs sich für den Raspberry Pi 5 am besten eignen und wie du das System einrichtest.
Warum NVMe SSD statt microSD?
Eine gute microSD-Karte schafft beim Raspberry Pi 5 etwa 40–90 MB/s beim Lesen. Eine NVMe SSD über den PCIe-Slot erreicht hingegen bis zu 400–500 MB/s – das ist mehr als das Fünffache. Der Unterschied macht sich im Alltag deutlich bemerkbar:
- Das System bootet in Sekunden statt Minuten
- Docker-Container starten sofort
- Datenbank-Anwendungen (Home Assistant, Nextcloud) reagieren deutlich schneller
- Keine Korruption durch plötzlichen Stromausfall – SSDs sind robuster als SD-Karten
- Höhere Lebensdauer bei intensiven Schreibzugriffen
Der PCIe-Anschluss des Raspberry Pi 5
Der Pi 5 verfügt über einen FPC-Stecker (16-polig, 0,5 mm Pitch) auf der Platine, der eine PCIe 2.0 x1 Verbindung bereitstellt. Über diesen Anschluss kommuniziert ein M.2 HAT mit dem Prozessor. Standardmäßig läuft der Anschluss im PCIe Gen 2 Modus (ca. 500 MB/s Bandbreite), per Konfiguration lässt sich auch Gen 3 aktivieren (ca. 900 MB/s – inoffiziell, da außerhalb der Spezifikation).
Wichtig: Nicht alle M.2 SSDs sind kompatibel. SATA-SSDs funktionieren nicht – es werden ausschließlich NVMe-SSDs unterstützt.
Die besten M.2 HATs für den Raspberry Pi 5
1. Offizieller Raspberry Pi M.2 HAT+
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Der offizielle M.2 HAT+ von Raspberry Pi ist die sicherste Wahl: perfekte Kompatibilität, saubere Integration und volle Unterstützung durch Raspberry Pi OS. Er unterstützt SSDs in den Formaten 2230 und 2242 – also die kürzeren Varianten. Wer eine 2280er SSD (Standard-Laptop-Größe) nutzen möchte, benötigt einen Drittanbieter-HAT.
- Unterstützt: M.2 NVMe 2230 und 2242
- PCIe 2.0 x1 über FPC-Anschluss
- Vollständig von Raspberry Pi OS unterstützt
- Preis: ca. 12–15 €
2. Geekworm X1001 – Der Klassiker
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Der Geekworm X1001 ist einer der meistgekauften HATs für den Pi 5. Er unterstützt alle gängigen M.2 Formate – von 2230 bis 2280 – und liegt flach auf der Oberseite des Pi 5. Damit ist er ideal für alle, die eine günstige Standard-2280-SSD verwenden möchten.
- Unterstützt: M.2 NVMe 2230 / 2242 / 2260 / 2280
- Montage oben (Top-Mount), kompaktes Design
- Zusätzlicher 5V-Stromanschluss für große SSDs
- Preis: ca. 13–18 €
Vergleichstabelle: HATs auf einen Blick
| HAT | SSD-Formate | Montage | Besonderheit | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Offizieller M.2 HAT+ | 2230, 2242 | Oben | Vollständige OS-Unterstützung | ca. 12 € |
| Geekworm X1001 | 2230–2280 | Oben | Alle Formate, günstig | ca. 13 € |
Die besten NVMe SSDs für den Raspberry Pi 5

Da der Pi 5 über PCIe 2.0 x1 läuft, ist die theoretische Maximalgeschwindigkeit bei ca. 500 MB/s. Ultraschnelle PCIe 4.0 SSDs bringen hier keinen Vorteil – wichtiger sind Kompatibilität, Preis und Zuverlässigkeit.
Kingston NV3 – Unser Top-Tipp
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Die Kingston NV3 ist eine der günstigsten und bestkompatiblen SSDs für den Pi 5. Sie wird von der Community ausdrücklich empfohlen, läuft stabil und schöpft die PCIe 2.0 Bandbreite voll aus.
- PCIe 4.0 NVMe, M.2 2280
- Lesen: bis 6.000 MB/s (am Pi: ~450 MB/s)
- Ausgezeichnete Kompatibilität mit dem Pi 5
- Preis: ca. 50–70 € (1 TB)
Samsung 980 – Der Bewährte
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Die Samsung 980 (nicht zu verwechseln mit der 980 PRO) ist eine PCIe 3.0 SSD und damit perfekt für den Pi 5 abgestimmt. Sie bietet zuverlässige Performance und wird von zahlreichen Pi-Nutzern erfolgreich eingesetzt.
- PCIe 3.0 NVMe, M.2 2280
- Lesen: bis 3.500 MB/s (am Pi: ~400 MB/s)
- Sehr stabile Temperaturwerte
- Preis: ca. 60–80 € (1 TB)
Vergleichstabelle: SSDs auf einen Blick
| SSD | PCIe | Format | Lesegeschwindigkeit (Pi 5) | Kompatibilität | Preis (1 TB) |
|---|---|---|---|---|---|
| Kingston NV3 | Gen 4 | 2280 | ~450 MB/s | Sehr gut | ca. 55 € |
| Samsung 980 | Gen 3 | 2280 | ~400 MB/s | Sehr gut | ca. 65 € |
Hinweis: WD Blue SN550 und ältere WD-Modelle können Kompatibilitätsprobleme verursachen – besser vermeiden.
Installation: NVMe SSD am Raspberry Pi 5 einrichten
Die Installation ist einfacher als gedacht und in wenigen Minuten erledigt:
- HAT montieren: FPC-Kabel vom Pi 5 PCIe-Anschluss zum HAT verbinden, SSD in den M.2-Slot einsetzen und mit der mitgelieferten Schraube sichern.
- Raspberry Pi OS aktualisieren:
sudo apt update && sudo apt full-upgrade– ein aktuelles OS ist Pflicht für NVMe-Support. - SSD erkennen prüfen:
lsblkausführen – die SSD erscheint als/dev/nvme0n1. - Raspberry Pi Imager nutzen: Mit dem offiziellen Raspberry Pi Imager lässt sich das Betriebssystem direkt auf die NVMe SSD schreiben.
- Von NVMe booten: Im EEPROM-Bootloader einstellen, dass zuerst von der NVMe SSD gebootet wird:
sudo raspi-config→ Advanced Options → Boot Order → NVMe/USB Boot.
Nach einem Neustart läuft das System direkt von der SSD – und der Unterschied ist sofort spürbar.
Geschwindigkeitsvergleich: microSD vs. NVMe SSD
| Speichermedium | Sequenzielles Lesen | Sequenzielles Schreiben | Zufälliges Lesen (4K) |
|---|---|---|---|
| microSD (Class 10 / A2) | ~40–90 MB/s | ~20–40 MB/s | ~4–8 MB/s |
| NVMe SSD (PCIe Gen 2) | ~400–500 MB/s | ~300–420 MB/s | ~50–80 MB/s |
| Faktor | 5–10× | 8–15× | 10–20× |
Für wen lohnt sich die NVMe-Aufrüstung?
Eine NVMe SSD lohnt sich besonders für folgende Anwendungsfälle:
- Heimserver / NAS: Schnelle Dateiübertragungen, stabiler Dauerbetrieb
- Home Assistant / ioBroker: Schnelle Datenbank-Zugriffe, keine SD-Korruption
- Docker / Self-Hosting: Mehrere Container laufen deutlich flüssiger
- Nextcloud: Upload und Download spürbar schneller
- Retro-Gaming / EmulationStation: Kürzere Ladezeiten
- Desktop-Nutzung: Flüssigeres Arbeiten mit dem Pi 5 Desktop
Wer den Pi 5 nur gelegentlich für einfache Skripte oder als einfachen Controller nutzt, kommt weiterhin mit einer guten microSD-Karte aus.
Fazit: Unser Empfehlungs-Set
Für den idealen Einstieg empfehlen wir folgende Kombination:
- HAT: Geekworm X1001 (unterstützt alle SSD-Größen, ~13 €) oder Offizieller M.2 HAT+ (beste Kompatibilität, ~12 €)
- SSD: Kingston NV3 1 TB (~55 €) – bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
Gesamtkosten: unter 70 € für eine zukunftssichere, blitzschnelle Speicherlösung für den Raspberry Pi 5. Eine Investition, die sich sofort bezahlt macht.
Hast du Fragen zur Installation oder eigene Erfahrungen mit einer NVMe SSD am Pi 5? Schreib es in die Kommentare!
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